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Wissensbasis

Häufige Fragen

86 Fragen & Antworten, von Grundlagen bis Abmahnschutz. Nutze die Suche oder blättere in der vollständigen Liste weiter unten (identischer Inhalt, für Suchmaschinen und Offline-Lesen).

Grundlagen(18)

Pflichten(18)

Responsible Person(9)

Marktplatz(13)

Dokumentation(10)

Abmahnungen(10)

Kosten(8)

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Grundlagen

Was ist die GPSR und wann gilt sie?

Die EU-Produktsicherheitsverordnung (General Product Safety Regulation, GPSR / EU 2023/988) ist seit dem 13. Dezember 2024 für alle Wirtschaftsakteure verpflichtend. Sie ersetzt die alte Produktsicherheitsrichtlinie von 2001 und legt einheitliche Sicherheitsanforderungen für alle Verbraucherprodukte im EU-Binnenmarkt fest.

Für welche Produkte gilt die GPSR?

Die GPSR gilt für alle neuen, gebrauchten und reparierten Verbraucherprodukte, die in der EU in Verkehr gebracht werden, unabhängig davon, ob sie im stationären Handel oder online verkauft werden. Ausgenommen sind Lebensmittel, Tierfutter, lebende Pflanzen und Tiere, Arzneimittel sowie antike Gegenstände. Für spezifische Produktkategorien (Elektro, Spielzeug, Kosmetik etc.) gelten zusätzlich sektorale Richtlinien.

Was ist der Unterschied zwischen GPSR und den alten Produktsicherheitsrichtlinien?

Die GPSR ist eine Verordnung (direkt anwendbar in allen EU-Staaten) und keine Richtlinie mehr (die erst national umgesetzt werden musste). Neu sind: explizite Pflichten für Online-Marktplätze, strengere Anforderungen an Responsible Person und technische Dokumentation, digitale Konformitätserklärungen und strengere Bußgelder (bis €500.000 in DE).

Gilt die GPSR auch für gebrauchte Produkte?

Ja, grundsätzlich gilt die GPSR auch für gebrauchte Produkte. Es gibt Ausnahmen für echte Antiquitäten und Produkte, die ausdrücklich als reparaturbedürftig gekennzeichnet sind. Refurbished-Produkte und generalüberholte Elektronik fallen aber voll unter die GPSR.

Gilt die GPSR nur für EU-Händler oder auch für Nicht-EU-Anbieter?

Die GPSR gilt für alle Produkte, die im EU-Markt angeboten werden, unabhängig vom Sitz des Anbieters. Ein chinesischer Seller auf Amazon.de unterliegt genauso der GPSR wie ein deutscher Händler. Nicht-EU-Hersteller müssen eine EU-ansässige Responsible Person benennen.

Was passiert, wenn ich die GPSR nicht einhalte?

Bei Verstößen drohen: Abmahnungen durch Wettbewerbsverbände (VSW, CLAIM GmbH, Wettbewerbszentrale) mit Kosten ab €357, Listing-Sperrungen auf Amazon, Kaufland und Otto, behördliche Bußgelder bis €500.000 (DE) bzw. €100.000 (AT), strafrechtliche Konsequenzen bei vorsätzlichem Handeln sowie Produktrückrufe auf Kosten des Händlers.

→ Berechne dein Risiko im Abmahn-Kostenrechner

Bin ich als Händler oder als Hersteller verantwortlich?

Die GPSR unterscheidet zwischen Hersteller, Importeur und Händler. Jede Rolle hat unterschiedliche Pflichten. Als Händler musst du primär sicherstellen, dass die Produkte, die du verkaufst, konform sind und du die nötigen Dokumente (DoC, Hersteller-Angaben) vorlegen kannst. Als Importeur übernimmst du mehr Pflichten, du bist quasi wie ein Hersteller verantwortlich.

Gilt die GPSR auch für Dienstleistungen oder nur für physische Produkte?

Die GPSR gilt ausschließlich für physische Produkte, nicht für Dienstleistungen. Software als solche ist ebenfalls ausgenommen, aber Hardware-Produkte mit integrierter Software (Smart-Home-Geräte, IoT-Produkte) fallen vollständig unter die GPSR.

Wer kontrolliert die Einhaltung der GPSR?

In Deutschland sind die Marktüberwachungsbehörden (z.B. Bezirksregierungen, MLBF) zuständig. In Österreich die Bezirkshauptmannschaften. Die Behörden koordinieren sich über das EU Safety Gate System. Zusätzlich können Wettbewerbsverbände und Konkurrenten zivilrechtlich vorgehen.

Was ist das EU Safety Gate?

Das EU Safety Gate (früher RAPEX) ist das europäische Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte. Behörden melden hier Produkte, die ein ernstes Risiko darstellen. Händler können das Portal kostenlos einsehen, um ihre Produktkategorien auf bekannte Rückrufe zu prüfen: ec.europa.eu/safety-gate.

Muss ich die GPSR auf meiner Website oder in meinem Impressum erwähnen?

Es gibt keine Pflicht, die GPSR explizit im Impressum zu erwähnen. Du musst aber die Anforderungen der GPSR erfüllen (Pflichtangaben auf Produktseiten, etc.). Manche Händler ergänzen einen GPSR-Hinweis in der Datenschutzerklärung oder auf einer eigenen Compliance-Seite, das ist freiwillig, aber empfohlen.

Gilt die GPSR auch für Produkte, die ich auf Messen oder Veranstaltungen verkaufe?

Ja. Die GPSR gilt für alle Verkaufsformen, online, stationär, Messe oder Pop-up-Store. Alle Pflichtangaben müssen auch am Point of Sale oder auf Preisschildern und Produktinformationen vor dem Kauf sichtbar sein.

Wie unterscheidet sich die GPSR vom CE-Kennzeichen?

Das CE-Kennzeichen ist ein produktbezogenes Konformitätszeichen für bestimmte regulierte Produktkategorien (Elektro, Spielzeug, Medizin etc.). Die GPSR ist eine übergeordnete Sicherheitsverordnung, die für alle Verbraucherprodukte gilt. Produkte mit CE müssen trotzdem zusätzlich GPSR-konform sein.

Wo finde ich die offizielle GPSR-Verordnung?

Die offizielle Verordnung EU 2023/988 ist im Amtsblatt der EU veröffentlicht und kostenlos abrufbar unter: eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32023R0988. Die EU-Kommission bietet auch Leitlinien für KMU an.

Wie unterscheidet sich GPSR von REACH und RoHS?

GPSR ist die allgemeine Produktsicherheitsverordnung. REACH (EU 1907/2006) regelt Chemikalien-Beschränkungen in Produkten. RoHS (2011/65/EU) beschränkt gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Alle drei können gleichzeitig gelten, sie ergänzen sich und sind nicht austauschbar.

Was ist der Unterschied zwischen GPSR und dem deutschen Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)?

Das ProdSG (Produktsicherheitsgesetz) ist das deutsche Umsetzungsgesetz der alten Produktsicherheitsrichtlinie. Mit der GPSR wird das ProdSG teilweise überlagert, die GPSR gilt als EU-Verordnung direkt und hat Vorrang. Das ProdSG gilt weiterhin für Bereiche, die die GPSR nicht regelt (z.B. Produkte die nur national in Verkehr gebracht werden).

Gibt es Übergangsfristen für bestehende Produkte?

Nein. Mit dem Inkrafttreten der GPSR am 13. Dezember 2024 galten die neuen Anforderungen sofort für alle Produkte, auch für bereits im Verkauf befindliche Bestandsware. Es gibt keine Übergangsfrist oder Bestandsschutz. Alle Listings mussten per 13.12.2024 konform sein.

Wie läuft ein GPSR-Audit mit GPSR Pilot ab?

Der Audit besteht aus vier Schritten: (1) CSV hochladen (Drag & Drop, bis 2.000 Produkte), (2) Spalten zuordnen (Auto-Mapping für Shopify, Amazon, WooCommerce, Kaufland, Otto, eBay) und Marktplatz auswählen, (3) Analyse starten (KI prüft alle GPSR-Pflichtfelder, gleichzeitig Abgleich mit EU Safety Gate und offenen Produktdatenbanken), (4) Ampel-Report mit Risiko-Score, Inline-Fix-Assistent und Re-Import-Exporten. Ausführliche Anleitung im Hilfebereich: https://gpsrpilot.de/hilfe/audit-ablauf/

Pflichten

Welche Pflichtangaben müssen in meinem Produktlisting stehen?

Laut Art. 19 GPSR müssen folgende Informationen vor dem Kauf sichtbar sein: (1) Name, eingetragener Handelsname oder Marke des Herstellers, (2) Postanschrift des Herstellers, (3) Name und Adresse des EU-Importeurs (wenn kein EU-Hersteller), (4) vollständige Produktbeschreibung, (5) Warnhinweise und Sicherheitsinformationen, (6) Modell- oder Chargennummer zur Rückverfolgbarkeit.

→ Prüfe jetzt, ob deine Listings die Pflichtangaben haben

Wie lange muss ich Dokumente aufbewahren?

Technische Dokumentation und die Konformitätserklärung müssen 10 Jahre lang aufbewahrt werden, gerechnet ab dem Datum des Inverkehrbringens. Bei fortlaufendem Verkauf beginnt die Frist ab dem letzten Verkaufsvorgang. Behörden können diese Dokumente jederzeit anfordern.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Muss ich als Händler eine eigene Risikobeurteilung erstellen?

Händler müssen keine eigene Risikobeurteilung erstellen, das ist Pflicht des Herstellers. Als Händler musst du aber sicherstellen, dass eine Risikobeurteilung existiert und du auf Anfrage der Behörde die entsprechenden Dokumente vorlegen oder beschaffen kannst.

→ Prüfe ob deine Listings die Pflichtangaben enthalten

Was ist ein Produktrückruf nach GPSR und wann muss ich ihn melden?

Ein Produktrückruf ist eine Maßnahme zur Rücknahme eines unsicheren Produkts vom Markt oder von Verbrauchern. Laut Art. 35 GPSR müssen Wirtschaftsakteure Sicherheitsvorfälle innerhalb von 3 Werktagen an die zuständige Behörde und über das EU Safety Gate melden, sobald sie von einem Risiko Kenntnis erlangen.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Muss ich meine Kunden aktiv über Produktrückrufe informieren?

Ja. Wenn du Kundendaten hast (z.B. aus deinem Shop oder Marktplatz), musst du betroffene Kunden direkt kontaktieren. Die Kommunikation muss klar, verständlich und auf Deutsch erfolgen. Marktplätze wie Amazon haben eigene Rückruf-Mechanismen, die du nutzen musst.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Welche Pflichten habe ich speziell als Online-Händler?

Als Online-Händler gelten alle allgemeinen Händler-Pflichten der GPSR plus: Sichtbarkeit der Pflichtangaben vor dem Kauf (Art. 19), Kooperation mit Marktplatz-Betreibern bei Sicherheitsmaßnahmen, Sicherstellung dass Produktbilder keine irreführenden Sicherheitsinformationen zeigen, und aktive Prüfung, ob dein Sortiment konform ist.

→ Finde GPSR-Lücken automatisch in deiner Produktliste

Muss ich Produktwarnungen in deutscher Sprache haben?

Ja. Für Produkte, die in Deutschland oder Österreich verkauft werden, müssen alle Sicherheits- und Warnhinweise in der Landessprache (Deutsch) vorhanden sein. Englischsprachige oder nur chinesische Hinweise sind nicht ausreichend. Dies gilt für Verpackung, Beipackzettel und Online-Listings.

→ Finde fehlende Pflichtangaben automatisch mit dem CSV-Audit

Gilt die GPSR auch für B2B-Verkäufe?

Die GPSR richtet sich an Verbraucherprodukte und gilt primär für B2C-Verkäufe. Rein gewerbliche Produkte ohne Verbraucher-Endverwendung sind ausgenommen. Bei gemischter Verwendung (Produkt wird sowohl von Verbrauchern als auch Unternehmen genutzt) gilt die GPSR.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Müssen Produktbilder GPSR-konform sein?

Indirekt ja. Produktbilder dürfen keine irreführenden Sicherheitsinformationen zeigen (z.B. ein Bild das CE-Zertifikat suggeriert, das nicht vorhanden ist). Wichtiger: Wenn Sicherheitshinweise nur in Bildform (Screenshot, Grafik) vorhanden sind, gilt das nicht als ausreichend, Textangaben sind Pflicht.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Was sind die GPSR-Anforderungen für Spielzeug?

Für Spielzeug gilt zusätzlich zur GPSR die Spielzeugrichtlinie (2009/48/EG): CE-Kennzeichnung, Altersempfehlung (z.B. 'Nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren'), Warnhinweise vor Erstickungsgefahr, chemische Sicherheit (REACH-Konformität), EN 71 Prüfung. Das ist eine der strengsten Kategorien.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Was sind die GPSR-Anforderungen für Elektroprodukte?

Elektroprodukte unterliegen zusätzlich der Niederspannungsrichtlinie (LVD 2014/35/EU) und der EMV-Richtlinie: CE + UKCA-Kennzeichnung, Isolations- und Spannungshinweise, WEEE-Symbol, Energieeffizienz-Angaben (bei relevanten Produkten). Prüfberichte nach EN-Normen sind Pflicht.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Gelten für Textilien besondere GPSR-Anforderungen?

Für Textilien gibt es spezifische Anforderungen: Pflegekennzeichen (Wasch-/Bügelhinweise), Materialzusammensetzung (Faserzusammensetzung in %), Größenangaben nach EN-Norm, bei Kindertextilien: Längenangaben für Zugbänder (Sicherheitsrisiko). Chemikalien-Beschränkungen (REACH) sind ebenfalls relevant.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Welche Produkte brauchen zwingend eine Konformitätserklärung?

Eine DoC ist zwingend für: Elektroprodukte (LVD, EMV), Spielzeug (Spielzeugrichtlinie), Maschinen (Maschinenrichtlinie), Medizinprodukte (MDR), Persönliche Schutzausrüstung (PSA), Funkanlagen (RED), Druckbehälter. Für allgemeine Haushaltsprodukte ohne spezifische Richtlinie reicht ein allgemeines Sicherheitsdokument.

→ Vorlagen für Konformitätserklärung herunterladen

Gilt GPSR auch für Produkte, die ich selbst hergestellt habe?

Ja, und als Hersteller hast du die strengsten Pflichten: vollständige technische Dokumentation, Risikobeurteilung, Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung (bei relevanten Kategorien). Der Vorteil: Du hast die Dokumentation bereits und musst sie 'nur' archivieren und auf Anfrage vorlegen können.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Was bedeutet 'bestimmungsgemäßer Gebrauch' im GPSR-Kontext?

Der bestimmungsgemäße Gebrauch beschreibt, wie das Produkt vorgesehen ist, benutzt zu werden. Produkte müssen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sicher sein. Du musst in deinem Listing klar angeben: Für wen ist das Produkt gedacht? Wie wird es verwendet? Welche Verwendungen sind ausdrücklich nicht vorgesehen?

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Muss ich den QR-Code oder Link zur DoC im Listing angeben?

Nicht zwingend, aber empfohlen. Art. 10 GPSR erlaubt die Bereitstellung von Konformitätsdokumenten über digitale Kanäle (QR-Code, URL). Ein direkter Link erleichtert Behördenprüfungen und signalisiert Verbrauchern proaktive Transparenz. Bei Amazon gibt es dafür das 'Compliance Documents' Feld.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Müssen Produktbeschreibungen eine Mindestlänge haben?

Die GPSR gibt keine Mindestzeichenzahl vor, aber die Beschreibung muss 'vollständig' sein, also alle sicherheitsrelevanten Informationen enthalten: Bestimmungszweck, Zielgruppe, Material/Zusammensetzung, Warnhinweise. Eine Ein-Satz-Beschreibung reicht für die meisten Produkte nicht aus.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Was sind die GPSR-Besonderheiten für Kosmetikprodukte?

Kosmetika unterliegen zusätzlich der EU-Kosmetikverordnung (EG 1223/2009): CPNP-Meldepflicht, Sicherheitsbewertung, Inhaltsstoffangaben (INCI-Liste), Haltbarkeitsdatum/PAO-Symbol, Name und Adresse des 'verantwortlichen Person' (in der Kosmetikverordnung anderes Konzept als GPSR). Beide Regelwerke gelten gleichzeitig.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Responsible Person

Was ist eine EU-verantwortliche Person (Responsible Person)?

Die Responsible Person ist eine in der EU ansässige natürliche oder juristische Person, die für die GPSR-Konformität eines Produkts verantwortlich ist, wenn der Hersteller seinen Sitz außerhalb der EU hat. Die Responsible Person muss eine EU-Adresse und Kontaktdaten haben, die im Listing sichtbar sind.

→ Checke mit der Pflichtfeld-Matrix, welche Felder für dich gelten

Wann brauche ich eine Responsible Person?

Du brauchst eine Responsible Person, wenn der Hersteller deiner Produkte keinen Sitz in der EU hat. Das betrifft vor allem: Direktimporte aus China/Asien, White-Label-Produkte von Nicht-EU-Herstellern, Dropshipping mit asiatischen Suppliern. Als EU-ansässiger Importeur bist du automatisch die Responsible Person.

→ Kläre in der Matrix, ob du eine Responsible Person brauchst

Kann ich selbst die Responsible Person sein?

Ja, wenn du als EU-ansässiger Händler oder Importeur tätig bist, kannst du selbst als Responsible Person agieren. Das bedeutet, dass du Name, Firmenadresse und Kontaktdaten in allen Listings angibst und die Verantwortung für die Produktsicherheit übernimmst.

→ Checke welche Pflichtangaben du in dein Listing eintragen musst

Kann ich einen Dienstleister als Responsible Person beauftragen?

Ja, es gibt spezialisierte Dienstleister (EU-Bevollmächtigte), die als Responsible Person fungieren können. Typische Kosten: €200–€1.500/Jahr pro Produktgruppe. Der Dienstleister übernimmt dann die offizielle Verantwortung und stellt seine EU-Adresse zur Verfügung. Wichtig: die Haftung bleibt aber bei dir.wichtig: die Haftung bleibt aber bei dir.

→ Responsible Person und Pflichtfelder in der Matrix prüfen

Welche Kontaktdaten der Responsible Person müssen sichtbar sein?

Im Listing müssen Name (Person oder Firma), vollständige Postanschrift (EU-Adresse) und mindestens eine Kontaktmöglichkeit (E-Mail oder Telefon) sichtbar sein. Eine Postfach-Adresse reicht nicht aus. Es muss eine zustellungsfähige Anschrift sein.es muss eine zustellungsfähige Anschrift sein.

Was passiert, wenn es keine Responsible Person gibt?

Fehlt die Responsible Person, darf das Produkt nicht in der EU verkauft werden. Marktplätze (Amazon, Kaufland) sperren Listings ohne Responsible Person. Behörden können den Verkauf untersagen und Bußgelder verhängen. Abmahner nutzen das fehlende Feld als direkten Abmahngrund.

Muss die Responsible Person die gleiche sein wie der Importeur?

Nicht zwingend. Der Importeur (wer das Produkt als erster in die EU bringt) ist automatisch Responsible Person, kann diese Funktion aber an einen EU-Bevollmächtigten delegieren. Die Delegation muss schriftlich erfolgen und der Bevollmächtigte muss ausdrücklich zustimmen.

Muss die Responsible Person im Impressum stehen?

Die Responsible Person muss nicht explizit im Impressum stehen. Wichtig ist, dass ihre Daten auf der Produktseite vor dem Kauf sichtbar sind. Es schadet nicht, diese Informationen auch im Impressum zu ergänzen, aber das Impressum allein reicht nicht als Nachweis für Art. 19 GPSR.

→ Pflichtfeld-Matrix für deine Rolle und Kanal nutzen

Reicht eine UK-Adresse als Responsible Person für den EU-Markt?

Nein. Nach dem Brexit gilt das UK nicht mehr als Teil der EU. Für EU-Verkäufe (DE, AT, etc.) wird eine Responsible Person mit EU-Adresse benötigt. Umgekehrt brauchen EU-Händler für UK-Verkäufe einen UK-Bevollmächtigten (UK Responsible Person). Irland ist EU-Mitglied und akzeptiert.

Marktplatz

Welche GPSR-Felder sind auf Amazon Pflicht?

Amazon verlangt seit Dezember 2024: (1) Manufacturer (Name + Adresse), (2) Responsible Person (Name + Adresse + Kontakt), (3) Safety Warning (für regulierte Kategorien), (4) Compliance Documents (DoC-Upload für bestimmte Produkttypen). Fehlende Felder führen zur Listing-Sperrung.

→ Vergleiche Marktplatz-Pflichtfelder und Enforcement

Wie fülle ich die Responsible Person auf Amazon aus?

In Seller Central: Produkte > Produktinformationen bearbeiten > Compliance > Responsible Party. Fülle Name, Straße, PLZ, Stadt, Land und E-Mail aus. Alternativ über Bulk-Upload (Flat File) oder über die Compliance-API. Die Adresse muss eine EU-Anschrift sein.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Mein Amazon-Listing wurde gesperrt wegen GPSR: was tun?

Schritte: (1) Öffne den Fall in Seller Central unter Account Health, (2) Ergänze die fehlenden GPSR-Felder (Manufacturer, Responsible Person, Safety Warnings), (3) Lade ggf. Compliance-Dokumente hoch, (4) Reiche eine Compliance-Erklärung ('Plan of Action') ein. Bearbeitungszeit: 3–14 Tage.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Gelten die gleichen GPSR-Anforderungen für alle Marktplätze?

Nein. Amazon und Kaufland setzen GPSR am stärksten durch. Otto ist seit September 2025 strikt. eBay ist noch weniger rigide, verschärft aber. Shopify und Etsy setzen kaum durch. Hier bist du selbst verantwortlich. Das Abmahnrisiko besteht aber unabhängig vom Marktplatz für alle Verkäufer.hier bist du selbst verantwortlich. Das Abmahnrisiko besteht aber unabhängig vom Marktplatz für alle Verkäufer.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Kann Kaufland mein Konto sperren wegen GPSR?

Ja. Kaufland hat seit Februar 2025 aktive GPSR-Enforcement-Maßnahmen. Händler ohne vollständige Hersteller-Angaben und Responsible Person erhalten zunächst Aufforderungen zur Nachbesserung mit einer Frist von 14–30 Tagen. Bei Nicht-Einhaltung folgt Listing-Sperrung, im Wiederholungsfall Konto-Sperrung.

→ Sieh im Marktplatz-Vergleich, was Kanäle durchsetzen

Muss ich als Shopify-Händler auch GPSR-Felder ausfüllen?

Shopify erzwingt keine GPSR-Felder, aber du bist als Händler trotzdem gesetzlich verpflichtet. Das bedeutet: Hersteller-Angaben und Responsible-Person-Daten müssen auf deinen Produktseiten sichtbar sein, entweder im Beschreibungstext, in Metafeldern oder einem eigenen GPSR-Infoblock.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Reicht es, GPSR-Informationen nur im Impressum zu hinterlegen?

Nein. Art. 19 GPSR verlangt, dass die Informationen vor dem Kaufentscheid sichtbar sind, also auf der Produktseite selbst. Ein Verweis auf das Impressum reicht nicht aus. Die Informationen müssen pro Produkt direkt zugänglich sein.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Haftet Amazon für meine GPSR-Verstöße?

Grundsätzlich nein, als Verkäufer bist du verantwortlich für die Konformität deiner Produkte. Amazon als Plattform haftet nur, wenn er von einem Verstoß wusste und nicht gehandelt hat. Amazon schützt sich durch aggressive Enforcement-Maßnahmen (Listing-Sperrungen), um Haftung zu vermeiden.

→ Marktplatz-Anforderungen und GPSR-Felder vergleichen

Ich verkaufe auf mehreren Marktplätzen: muss ich überall die gleichen Angaben machen?

Ja. Die gesetzlichen GPSR-Anforderungen gelten unabhängig vom Verkaufskanal. Jedes Produktlisting auf jedem Marktplatz und in deinem eigenen Shop muss die Pflichtangaben enthalten. Nutze standardisierte Datensätze und Produktinformationen, die du zentral pflegst und überall ausspielst.

→ Einheitliche Daten mit dem CSV-Audit gegen GPSR prüfen

Wie prüfe ich, ob meine Amazon-Listings GPSR-konform sind?

In Amazon Seller Central: Account Health > Compliance > Product Compliance. Dort siehst du Listings mit offenen Compliance-Anforderungen. Für eine Gesamtübersicht: Inventar > Produkte verwalten > Compliance-Bericht herunterladen. Alternativ: GPSR Pilot Audit (CSV-Export aus Amazon > Upload).

→ Amazon-CSV direkt in GPSR Pilot analysieren

Etsy: muss ich als Etsy-Händler auch GPSR umsetzen?

Ja. Auch Etsy-Händler die in der EU verkaufen unterliegen der GPSR. Etsy setzt weniger strikt durch, aber das Abmahnrisiko und die Behördenpflichten bestehen trotzdem. Besonders bei Kinderprodukten, Schmuck und Heimtextilien gibt es klare GPSR-Anforderungen.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Wie exportiere ich meine Amazon-Listings für einen GPSR-Check?

In Seller Central: Berichte > Inventarberichte > Aktive Listings-Bericht. Dieser CSV-Export enthält alle Listings mit Produktdetails. Lade diese CSV in GPSR Pilot hoch, um automatisch fehlende Pflichtangaben zu identifizieren. Der Export dauert typisch 15–30 Minuten zur Generierung.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Muss ich bei Amazon für jede ASIN die GPSR-Daten einzeln eingeben?

Nein. Amazon ermöglicht Bulk-Updates über Flat-File-Upload (Excel/CSV). Erstelle eine Inventar-Datei mit den Pflichtfeldern (brand_represented_by_seller, manufacturer, responsible_party_address) und lade sie über 'Bestand per Upload verwalten' hoch. Tools wie GPSR Pilot helfen bei der Vorbereitung des Bulk-Uploads.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Dokumentation

Was muss in der EU-Konformitätserklärung (DoC) stehen?

Eine DoC muss enthalten: (1) Produktbezeichnung und Identifikation (Modell/Artikel-Nr.), (2) Name und Adresse des Herstellers/Importeurs, (3) Verweis auf die angewandten Normen und Richtlinien, (4) Unterschrift und Datum, (5) EU-Konformitätskennzeichen (wenn zutreffend). Vorlagen findest du in der Vorlagen-Bibliothek.

Brauche ich für jedes Produkt eine eigene Konformitätserklärung?

In der Regel ja, eine DoC gilt für ein spezifisches Produkt oder eine Produktfamilie mit identischen Sicherheitsmerkmalen. Produktfamilien können in einer DoC zusammengefasst werden, wenn sie sich nur in Farbe, Größe oder Design unterscheiden, nicht aber in sicherheitsrelevanten Eigenschaften.

Wie fordere ich technische Dokumentation vom Hersteller an?

Verwende das Supplier-Anschreiben aus der Vorlagen-Bibliothek. Fordere konkret an: DoC, Prüfberichte (Labortest-Zertifikate), Risikobeurteilung, Produktspezifikationen (Bill of Materials), CE-Zertifikat (bei regulierten Produkten). Setze eine Frist von 14–30 Tagen und dokumentiere die Anfrage.

→ Lade die Vorlagen & Checklisten herunter

Was ist eine Risikobeurteilung und brauche ich sie?

Eine Risikobeurteilung analysiert systematisch mögliche Gefahren eines Produkts und bewertet deren Wahrscheinlichkeit und Schwere. Hersteller und Importeure müssen eine Risikobeurteilung erstellen. Händler benötigen keine eigene, sollten aber prüfen, ob eine beim Hersteller vorhanden ist.

→ Vorlagen & Checklisten für deine Dokumentation herunterladen

In welcher Sprache muss die Dokumentation sein?

Technische Dokumentation kann auf Englisch sein, das ist bei internationalen Herstellern üblich und akzeptiert. Sicherheitshinweise, Warnungen und Gebrauchsanweisungen für Endverbraucher müssen auf Deutsch sein (für DE/AT). Behördenkommunikation auf Anfrage erfolgt in der Sprache des Mitgliedstaats.

Kann ich Dokumentation digital archivieren?

Ja, digitale Archivierung ist ausdrücklich erlaubt und empfohlen. Wichtig: Die Dokumente müssen innerhalb einer angemessenen Frist (typisch: 72 Stunden) auf Behördenanfrage bereitgestellt werden können. Cloud-Speicher (Google Drive, OneDrive) sind akzeptabel, solange sie sicher und zugänglich sind.

Reicht ein CE-Zertifikat als einziger Nachweis?

Nein. Das CE-Zeichen ist keine Zertifizierung, sondern eine Selbsterklärung des Herstellers. Es ersetzt nicht die technische Dokumentation, die Konformitätserklärung oder die Risikobeurteilung. Es ist ein Signal, dass diese Dokumente existieren. Aber die Dokumente selbst müssen vorgelegt werden können.aber die Dokumente selbst müssen vorgelegt werden können.

→ Dokumentations-Checkliste herunterladen

Brauche ich einen Anwalt für GPSR-Compliance?

Nicht unbedingt. Viele GPSR-Pflichten können Händler selbst umsetzen (Pflichtangaben, Dokumentation sammeln, Listings aktualisieren). Anwaltliche Beratung ist empfohlen bei: erhaltenen Abmahnungen, komplexen Produktkategorien (Medizinprodukte, Kinderprodukte), grenzüberschreitenden Sachverhalten.

Kann ich eine DoC selbst schreiben?

Ja, als Hersteller oder Importeur kannst du die DoC selbst erstellen, sie muss nicht von einem Anwalt oder externem Dienstleister erstellt werden. Wichtig: Sie muss inhaltlich korrekt sein und die relevanten Normen und Richtlinien korrekt benennen. Nutze die Vorlage aus der Vorlagen-Bibliothek als Ausgangspunkt.

Was muss in einem Prüfbericht (Testbericht) stehen?

Ein akzeptabler Prüfbericht muss enthalten: Akkreditierungsnummer des Labors (DAkkS, UKAS etc.), Produktbeschreibung mit Modell/Chargen-Nr., angewandte Normen und Grenzwerte, Testergebnis (bestanden/nicht bestanden), Prüfdatum und Gültigkeitszeitraum, Unterschrift des Prüfers. Herstellerprüfberichte ohne Akkreditierung sind für regulierte Kategorien nicht ausreichend.

Abmahnungen

Wer mahnt wegen GPSR-Verstößen ab?

Die aktivsten Abmahner sind: Verband Sozialer Wettbewerb (VSW), CLAIM GmbH, Wettbewerbszentrale, IDO Interessenverband. Diese Organisationen scannen systematisch Online-Listings auf fehlende Pflichtangaben, mit zunehmend KI-gestützten Tools.

→ Berechne präventiv dein finanzielles Risiko

Wie viel kostet eine GPSR-Abmahnung?

Eine VSW-Abmahnung kostet in der Regel €357 (Pauschale nach AGB-Recht). Hinzu kommen Anwaltskosten für die Unterlassungserklärung: €500–€2.000. Bei komplexeren Fällen mit Schadensersatzforderungen können Gesamtkosten von €3.000–€10.000 entstehen.

→ Risiko realistisch im Kostenrechner eingrenzen

Ich habe eine Abmahnung erhalten: was tun?

Sofortmaßnahmen: (1) Nicht in Panik geraten, (2) Frist im Schreiben notieren (meist 7–14 Tage), (3) Keinesfalls die vorgelegte Unterlassungserklärung ungeprüft unterschreiben, (4) Fachanwalt für Wettbewerbsrecht kontaktieren, (5) Den Mangel beheben. Erst nach Anwaltsberatung reagieren.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Kann ich eine modifizierte Unterlassungserklärung abgeben?

Ja, das ist meist ratsam. Anwälte modifizieren die vorgelegte Erklärung so, dass die Vertragsstrafe begrenzt wird (z.B. auf €5.000 statt unbegrenzt) und keine unzumutbaren Verpflichtungen eingegangen werden. Eine modifizierte Unterlassungserklärung wird vom Abmahner oft akzeptiert.

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Wie schütze ich mich präventiv vor Abmahnungen?

Präventionsmaßnahmen: (1) Regelmäßiger GPSR-Check aller Listings (mit GPSR Pilot), (2) Vollständige Pflichtangaben in allen Produktseiten, (3) Gültige Konformitätserklärungen archivieren, (4) Responsible-Person-Angaben aktuell halten, (5) Warnhinweise in Deutsch ergänzen, (6) Verfahren für neue Produkte etablieren.

→ Starte einen kostenlosen CSV-Check deiner Listings

Werden auch kleine Händler abgemahnt?

Ja. Abmahnungen treffen alle Unternehmensgrößen, kleine Händler werden sogar überproportional häufig abgemahnt, weil sie weniger wahrscheinlich rechtlich professionell aufgestellt sind und die Abmahner höhere Erfolgsaussichten sehen. Die Höhe der Kosten ist weitgehend unabhängig vom Umsatz des Händlers.

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Kann mich ein Konkurrent wegen GPSR abmahnen?

Ja. Neben Wettbewerbsverbänden können auch Konkurrenten bei offensichtlichen GPSR-Verstößen eine Abmahnung aussprechen, wenn sie nachweislich durch den Verstoß benachteiligt werden. In der Praxis machen dies aber hauptsächlich die spezialisierten Abmahnverbände.

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Gibt es eine Abmahnwelle seit GPSR?

Ja. Seit Dezember 2024 berichten Händler-Foren und Rechtsanwälte von einer signifikant gestiegenen Zahl von GPSR-bezogenen Abmahnungen. VSW und CLAIM GmbH sind die aktivsten Akteure. Schwerpunkte: fehlende Responsible Person, fehlende Hersteller-Adresse, fehlende Warnhinweise.

→ Abmahnrisiko im Kostenrechner einschätzen

Wie lange habe ich Zeit nach einer Abmahnung zu reagieren?

Die übliche Frist beträgt 7–14 Tage, im Schreiben angegeben. Bei komplexen Sachverhalten kann eine kurze Verlängerung per E-Mail beantragt werden (nicht immer gewährt). Lass die Frist nicht verstreichen ohne zu reagieren. Das kann zur einstweiligen Verfügung führen, was deutlich teurer ist.das kann zur einstweiligen Verfügung führen, was deutlich teurer ist.

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Was ist eine strafbewehrte Unterlassungserklärung?

Eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ist eine vertragliche Vereinbarung, in der du dich verpflichtest, einen bestimmten GPSR-Verstoß nicht zu wiederholen. Bei Zuwiderhandlung wird eine Vertragsstrafe fällig (typisch: €5.000–€30.000 pro Verstoß). Diese Erklärung bindet dich langfristig. Deshalb immer Anwalt einschalten.deshalb immer Anwalt einschalten.

→ Prüfe jetzt, ob deine Produkte diese Anforderung erfüllen.

Kosten

Was kostet GPSR-Compliance für kleine Händler?

Minimale Compliance (ohne Beauftragung Dritter) kostet vor allem Zeit: 2–5 Stunden für eine vollständige Listing-Überarbeitung, laufend ~1 Stunde/Monat für Monitoring. Tools wie GPSR Pilot reduzieren den Aufwand auf einen Bruchteil. Externe Kosten entstehen ggf. für Responsible-Person-Dienstleister (ab €200/Jahr) oder Rechtsberatung.

→ Risiko vs. Aufwand im Rechner gegenüberstellen

Lohnt sich die Beauftragung eines EU-Bevollmächtigten als Responsible Person?

Bei vielen Produkten aus Nicht-EU-Ländern: ja. Die Kosten von €200–€1.500/Jahr pro Produktgruppe sind gering im Vergleich zum Abmahnrisiko (€357–€3.000 pro Fall). Wenn du der EU-Importeur bist und bereits in der EU sitzt, ist ein Dienstleister aber meist nicht nötig.

Was ist das maximale Bußgeld nach GPSR?

Art. 44 GPSR legt Mindestbußgelder fest. In Deutschland: bis €500.000 pro Verstoß. In Österreich: bis €100.000. Die Höhe hängt von der Schwere des Verstoßes, dem Umsatz des Unternehmens und dem Grad der Fahrlässigkeit ab. Vorsätzliche Verstöße können strafrechtlich relevant werden.

→ Praktisches Szenario im Abmahn-Kostenrechner durchspielen

Wie teuer kann ein Produktrückruf werden?

Produktrückrufe sind extrem kostspielig: Kommunikation und Logistik: €5.000–€50.000, Rechtliche Beratung: €3.000–€15.000, Entschädigungen für Verbraucher, Image-Schäden. Dazu kommen Umsatzverluste während des Rückrufs. Selbst kleine Rückrufe kosten selten unter €20.000.

Gibt es Fördermittel für GPSR-Compliance?

Direkte Fördermittel für GPSR-Compliance gibt es kaum. Jedoch können Kosten für Rechtsberatung, Produkttests und Zertifizierungen als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden. In Österreich gibt es teilweise Beratungsgutscheine über die WKO für KMU-Compliance-Themen.

Wieviel Zeit muss ich pro Woche für GPSR-Compliance einplanen?

Nach der initialen Einrichtung (Listings aktualisieren, Dokumentation sammeln: ca. 10–40 Stunden je nach Sortimentsgröße): laufend ca. 1–2 Stunden/Woche für neue Produkte, Monitoring und Lieferanten-Kommunikation. Mit einem Tool wie GPSR Pilot reduziert sich der Aufwand auf unter 30 Minuten/Woche.

Was kostet ein Produkttest für GPSR?

Produkttests durch akkreditierte Laboratorien kosten: Einfache Tests (CE-Konformität): €200–€800 pro Produkt. Spielzeug-Tests (EN 71): €500–€2.000. Elektronik (LVD+EMV): €1.000–€5.000. Tests können amortisiert werden, wenn Produkte in größeren Stückzahlen verkauft werden.

Ist GPSR-Compliance auch für Kleinstunternehmer (Solo-Selbstständige) Pflicht?

Ja. Die GPSR unterscheidet nicht nach Unternehmensgröße. Auch Solo-Selbstständige, die gewerblich Produkte verkaufen, unterliegen den vollen GPSR-Pflichten. Ausgenommen sind nur private Verkäufe (ohne gewerbliche Absicht), also kein dauerhaftes Anbieten auf Marktplätzen.

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